1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (noch keine Bewertungen vorhanden - machen Sie gerne den Anfang)
Loading...

Schuldenbarometer 2015: Die Anzahl an Privatinsolvenzen sinkt um fast 10 Prozent

In Deutschland müssen immer weniger Menschen Privatinsolvenz anmelden. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie, welche die Entwicklung der Privatinsolvenzen in Deutschland seit Jahren untersucht.

Im ersten Quartal 2015 mussten dennoch über 26.000 Personen eine private Insolvenz anmelden. Hochrechnungen gehen davon aus, dass es bis zum Jahresende zwischen 105.000 und 110.000 Fälle sein werden.

Die Entwicklung der Zahlen folgt damit einem fünfjährigen Abwärtstrend der dazu führt, dass sich die Gesamtzahl der Privatinsolvenzen am Ende des Jahres vermutlich auf einem ähnlichen Niveau befinden wird wie zuletzt 2005.

Regionale Entwicklungen

Der Trend sinkender Privatinsolvenzen zieht sich durch fast alle Bundesländer. Lediglich im Saarland legte die Quote im ersten Quartal um knapp 4 Prozent zu. Am stärksten sanken die Zahlen mit 19,3 Prozent in Thüringen. Zweistellige rückläufige Werte gab es auch in Bremen (minus 16,4 Prozent), Nordrhein-Westfalen (minus 14,9 Prozent), Berlin (minus 13,8 Prozent) und Rheinland-Pfalz (minus 10,4 Prozent).

Männer sind stärker betroffen als Frauen

Der Trend, dass mehr Männer als Frauen von einer Privatinsolvenz betroffen sind, setzte sich auch in den ersten drei Monaten dieses Jahres fort. Während der relative Wert im Bundesdurchschnitt 33 Fälle je 100.000 Einwohner ausmacht, verantworteten männliche Betroffene im 1. Quartal 38 Privatinsolvenzen je 100.000 Einwohner (absolut: 15.569 Fälle). Dem gegenüber stehen 12.119 Frauen, die eine private Insolvenz anmelden mussten.

Ursachen von Privatinsolvenzen

Einer der Hauptgründe für eine Privatinsolvenz liegt in der Arbeitslosigkeit. Der Wegfall oder die Reduzierung der Einkommensquelle ist in über 30 Prozent aller Fälle der Auslöser für eine private Insolvenz.

Doch auch eine gescheiterte Selbstständigkeit, eine Scheidung, Krankheiten oder unpassendes Konsumverhalten können Menschen in eine private Insolvenz treiben.

Dabei ist die Summe die Gläubigern wie Kreditinstituten, Versandhändlern, Behörden oder Vermietern geschuldet wird nicht immer exorbitant hoch. Die durchschnittliche Schuldenhöhe beträgt der Studie zufolge ca. 35.000 Euro.

Die Höhe der Schulden ist auch vom Alter abhängig. Bei den unter 25-Jährigen beträgt die durchschnittliche Höhe weniger als 10.000 Euro. In der Altersgruppe der über 60-Jährigen liegt sie hingegen viermal so hoch.


07-privatinsolvenzen-deutschland-jahresvergleich-chart
04-prozentuale-veraenderung-privatinsolvenzen-1quartal2015-bundesland-chart
08-veraenderung-privatinsolvenzen-1quartal2015-geschlecht-jahresvergleich-tabelle

Wirtschaftliche Folgen von Privatinsolvenzen

In vielen Fällen stellt die Privatinsolvenz für Betroffene die letzte Möglichkeit dar ihre Schulen abzubauen. Wer in eine solche Situation gerät kann nicht immer selbst etwas dafür. Oftmals liegt es an den äußeren Umständen wie dem Wegfall des Arbeitsplatzes oder einer plötzlichen Veränderung der familiären Situation.

Die positive Entwicklung der Zahlen ist vor allem auch durch die starke Binnenwirtschaft und der damit einhergehenden niedrige Arbeitslosigkeit verbunden. Sollte die Arbeitslosenquote über eine längere Zeit wieder steigen, erhöht dies sicherlich auch wieder die Zahl der Privatinsolvenzen in Deutschland.

Für einen Teil der Insolvenzfälle sind jedoch Umstände verantwortlich die sehr wohl durch die Betroffenen selbst verschuldet sind. Wer beispielsweise durch sein Konsumverhalten ständig über seine Verhältnisse lebt oder Geld lieber vollständig ausgibt anstatt einen Teil davon zu sparen (auch für Notfälle), braucht sich über eine private Pleite nicht zu wundern.

Gerade jüngere Menschen sind sich der Gefahr oftmals nicht bewusst. Dabei zeigt die Studie, dass bereits Schulden in Höhe von „nur“ 10.000 Euro in die Privatinsolvenz führen können.

Der Tragweite einer Privatinsolvenz sind sich die Gefährdeten leider nur selten bewusst. Neben den persönlichen Folgen für die Schuldner führen private Insolvenzen auch Gläubigern enorme Schäden zu. Bereits im ersten Quartal 2015 übersprangen die Forderungsausfälle in Deutschland die Milliardengrenze.

Banner 728x90


Weitere Informationen zur Studie

Die Ergebnisse stammen aus der aktuelle Studie „Schuldenbarometer 1. Quartal 2015“ der Wirtschaftsauskunftei Bürgel. Bürgel ist ein Tochterunternehmen der Euler Hermes Aktiengesellschaft (Allianz Group) und der EOS Holding GmbH (Otto Group).



This entry was posted in Allgemein, Studien and tagged , , , . Bookmark the permalink.

Ein Kommentar zu "Schuldenbarometer 2015: Die Anzahl an Privatinsolvenzen sinkt um fast 10 Prozent"

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*