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Diese 6 Punkte sollten Sie beim Verkauf von Aktien beachten

Aktienverkauf

Bild: Pixabay

Aktien waren in den vergangenen Jahren einer der Hauptwachstumtreiber des privaten Bruttogeldvermögens. Im europaweiten Vergleich zeigt sich jedoch, dass nur wenige Deutsche in Aktien investieren.

Vorurteile und Vorbehalte gegenüber dieser Anlageklasse sorgen sogar dafür, dass es immer weniger Privatanleger gibt. Dabei spielt die Angst vor dem Risiko eine entscheidende Rolle bzw. das ungute Gefühl, dieses Risiko nicht kontrollieren zu können. Ein weiterer Grund der Zurückhaltung liegt in der Qual der Wahl beim Kauf der „richtigen“ Aktie und der Angst Geld in ein falsches Unternehmen zu investieren.

Die Artikelserie Börse für Einsteiger hilft Ihnen dabei die Kaufentscheidung einer Aktie aufgrund fundamentaler Bewertungskriterien zu treffen.

Ist die Hürde des Kaufs genommen taucht auch schon die nächste Herausforderung auf: Wann ist der beste Zeitpunkt eine Aktie wieder zu verkaufen?

Diese Frage ist von zentraler Bedeutung, denn der Verkaufszeitpunkt einer Aktie entscheidet mit über die Höhe von Gewinn oder Verlust. Daher sollten Sie sich auch bei dieser Entscheidung nicht von Ihrem Bauchgefühl leiten lassen.

Die folgenden Tipps helfen Ihnen dabei den idealen Verkaufszeitpunkt für eine Aktie zu bestimmen.

Berücksichtigen Sie Ihre Strategie

Bevor Sie eine Aktie verkaufen, erinnern Sie sich daran warum Sie diese ursprünglich gekauft haben. Lag es an positiven Kursprognosen? War die Dividende besonders hoch? War die Aktie fundamental unterbewertet? War zu erwarten, dass der Kurs durch Großaufträge, Übernahmen, Innovationen, etc. kurzfristig stark ansteigen wird?

Wenn der Grund Ihres Kaufs nicht mehr gegeben ist, weil sich die tatsächliche Situation am Markt oder innerhalb des Unternehmens geändert hat, sollten Sie einen Verkauf in Erwägung ziehen.

Achten Sie jedoch darauf, dass Sie nicht aus den falschen Gründen verkaufen. Wenn Sie z.B. eine langfristige Dividendenstrategie verfolgen und der Kurs der Aktie fällt, ist dies nicht unbedingt ein Verkaufsgrund. Der Wert einer Aktie steigt und fällt entsprechend dem Angebot und der Nachfrage am Markt. Wenn die Dividendenzahlungen jedoch stabil bleiben oder sogar über die Jahre hinweg steigen, bleiben auch Ihre Einnahmen stabil, selbst wenn der Aktienkurs sinkt.

Vergleichen Sie fundamentale Kennziffern

Schon beim Kauf einer Aktie ist es sinnvoll, sich verschiedene Kennzahlen anzusehen. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ist eine der bekannteren. Das KGV setzt den Kurs der Aktie ins Verhältnis zum Gewinn des Unternehmens. Je niedriger das KGV ausfällt, desto besser. Ein KGV von 8 bedeutet, dass das Unternehmen acht Jahre benötigen würde, um den Wert seiner Aktien als Gewinn zu erwirtschaften.

Sind Sie beim einem KGV von 8 eingestiegen und das KGV beträgt nun 12, bedeutet dies meist, dass der Aktienkurs des Unternehmens stärker steigt als dessen Gewinn. Die Aktie ist nun möglicherweise nicht mehr günstig sondern bereits überbewertet. Oftmals erfolgt bei so einer Entwicklung eine Korrektur des Kurses. Entsprechend Ihrer Strategie kann sich nun ein Verkauf lohnen, um bisher erzielte Gewinne mitzunehmen. Bei einem günstigeren Kurs, können Sie dann wieder einsteigen.

Aktien-Kennziffern wie KGV, KBV, KCV werden von vielen gängigen Börsenportalen, Onlinebrokern und Finanzseiten bereitgestellt. Tipp: Vergleichen Sie die Kennzahlen auch immer mit den Werten anderer Unternehmen aus der gleichen Branche.

Prüfen Sie Einschätzungen von Analysten

Um einen schnellen Blick zur Lage einer Aktie zu erhalten, können Analystenempfehlungen hilfreich sein auch wenn sich die Geister an der Wertigkeit mancher Expertenaussagen scheiden. Wer seine Entscheidung jedoch nicht ausschließlich von „Experten“-Aussagen abhängig macht, bekommt einen ersten Eindruck über die mögliche Entwicklung einer Aktie. Selbst wenn Sie sich nicht von Analysten beeinflussen lassen – der Markt tun es.

Auch hierfür sind Börsenportale, Onlinebroker und Finanzseiten von großem Nutzen. Dort erhalten Sie auf einen Blick die Einschätzungen verschiedener Stellen sowie die damit verbundene Empfehlung. Investment-Häuser nutzen für ihre Bewertungen folgende Ausdrücke.

  • Buy (Kaufen)
  • Outperform/Accumulate/Overweight (Positionsaufbau sinnvoll)
  • Hold/Neutral/Equal weight (Halten)
  • Underperform/Reduce/Underweight (Positionsabbau sinnvoll)
  • Sell (Verkaufen)

Wenn eine Ihrer Aktien von Analysten mit Underperform oder Sell bewertet wurde, sollten Sie jedoch nicht blind handeln. Überprüfen Sie die Hintergründe dieser Bewertung und gleichen Sie diese mit Ihrer persönlichen Strategie ab. Als langfristiger Anleger könnte sich gerade jetzt die Chance ergeben, die Aktien günstig nachzukaufen.

Beispiel von Analystenbewertungen auf Finanzen.net:

Analyse DB

Nutzen Sie Orderzusätze für den Verkauf

Wenn Sie die Entwicklung Ihrer Aktien nicht ständig im Blick behalten möchten aber dennoch auf kurzfristige und heftige Kurseinbrüche reagieren wollen, sind Orderzusätze für Sie das Richtige.

Mit bestimmten Orderzusätzen können Sie einen Verkauf automatisch auslösen lassen, sobald die Aktie einen zuvor festgelegten Aktienkurs erreicht hat. Somit sparen Sie sich das manuelle Verkaufen und das ständige Verfolgen der Kurse. Die Option von Orderzusätzen bieten viele Banken und Broker ohne zusätzliche Gebühren an.

Gängige Orderzusätze sind Stop-Loss und Trailing-Stop-Loss. Wird ein zuvor definierter Aktienkurs erreicht, löst die Stop-Loss-Order automatisch einen Verkauf zum nächsten gebotenen Preis aus. Bei der Trailing-Stop-Loss-Order wird der ursprüngliche Verkaufskurs bei steigenden Aktienkursen nachgezogen.

Weitere Informationen über Orderzusätze und wie sie eingesetzt werden sollten, habe ich bereits hier beschrieben.

Achten Sie auf die Kapitalertragssteuer

Für Aktien, die nach dem 1. Januar 2009 ins Depot kamen, fällt für den realisierten Gewinn Abgeltungssteuer/Kapitalertragssteuer in Höhe von 25 % an (hinzu kommen Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer). Es besteht jedoch eine Freigrenze in Höhe von 801 Euro für Einzelpersonen und 1.602 Euro für Ehepaare.

Unter Umständen kann es daher Sinn machen, Kursgewinne vor Ende eines Steuerjahres zu realisieren, wenn dadurch die Freigrenze nicht überstiegen wird.

Wer stark gestiegene Aktien erst nach Jahren verkauft, muss die Gewinne ensprechend versteuern.

Trennen Sie sich auch wenn es weh tut

Seine Aktie tief im Minus zu sehen ist kein schöner Anblick. Dennoch gilt der Spruch: Schlimmer geht immer.

Auch der größte Optimist sollte irgendwann anerkennen, wenn seine Anlageentscheidung falsch war. Viele Anleger neigen jedoch dazu eine Verkaufsentscheidung unnötig hinauszuzögern. Dabei ist es weit weniger schmerzhaft einen kleinen Verlust zu erleiden als einen großen.

Wenn es dem betreffenden Unternehmen bereits so schlecht geht, dass ein Konkurs wahrscheinlich ist, sollten Sie sich spätestens dann von der Aktie trennen. Im Falle eines Konkurses ist das Aktienkapital nämlich weg. Kann das Unternehmen noch saniert werden entsteht zwar kein Totalverlust, bei einer Überschuldung ist das Kapital aber dennoch weitestgehend verloren.


BloggerVielen Dank für Ihr Interesse an diesem Beitrag. Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat oder Sie Anregungen dazu haben, freue ich mich über Ihren Kommentar.  – Manuel von Finanzello.de



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7 Kommentare zu "Diese 6 Punkte sollten Sie beim Verkauf von Aktien beachten"

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